Kulturpreis Vorarlberg Gewinnerin Michaela Bilgeri
David Soyza, Benjamin Omerzell, Veronika Morscher, Martin Grabher, Johannes Bär, Fabio Devigili, Gewinner Kulturpreis Vorarlberg 2017 / Fotograf: Udo Mittelberger
 
Gewinner Kulturpreis Vorarlberg 2015
Dir. Markus Klement, Benjamin Omerzell, Veronika Morscher, Dir. Bernhard Moosbrugger, Martin Grabher, LR Dr. Christian Bernhard, Johannes Bär, David Soyza, Fabio Devigili, Vst.-Dir. Mag. Martin Jäger / (Fotograf: Udo Mittelberger
 
Gewinner Kulturpreis Vorarlberg 2015
LR Dr. Christian Bernhard, David Soyza, Veronika Morscher, Dir. Markus Klement / (Fotograf: Udo Mittelberger
 
 

Kulturpreis Vorarlberg 2017 für die Band der Nominierten
Zwei Anerkennungspreise für Veronika Morscher und David Soyza

   
 

Der Vorarlberger Kulturpreis wurde im Jahr 2017 zum dritten Mal ausgeschrieben und ist heuer der Sparte Jazz gewidmet. Im Auswahlverfahren wurden durch die erweiterte Kunstkommission des Landes der Multiinstrumentalist Johannes Bär, die Saxophonisten Andreas Broger und Fabio Devigili, der Schlagzeuger Martin Grabher, die Singer- Songwriterin Veronika Morscher, der Pianist Benny Omerzell und der Vibraphonist David Soyza nominiert. Die international besetzte Jury mit dem Posaunisten Adrian Mears sowie dem Kontrabasisten Thomas Stabenow, der Sängerin Annette von Eichel und dem ORF Jazzspezialisten Andreas Felber haben im Rahmen der ORF-Präsentation die Beiträge bewertet und schließlich die Preisträgerin und Preisträger ermittelt. Für die Entscheidungsfindung relevant waren vor allem die Entwicklungspotenziale und Zukunftsperspektiven.

Mit den Anerkennungspreisen in der Höhe von € 2.500,-, die im Rahmen des Vorarlberger Kulturpreises vergeben werden, werden heuer Veronika Morscher und David Soyza gewürdigt.

Veronika Morscher (Jg. 91) lebt derzeit in Köln und hat bereits mit einigen CD Produktionen auf sich aufmerksam gemacht. Musikalische Inspirationsquellen sind dabei die Singer-Songwriter-Musik, Pop, Jazz und ein wenig Rhythm 'n' Blues sowie Soul. Spannend für die Jury war, wie sich ihre Stimme im Kontext der Band behaupten konnte. Da die Sängerin auch innerhalb ihrer eigenen Songs jedoch die Stimme immer wieder auch instrumental führt, um mit Instrumenten auf eine Ebene zu kommen, war es ein Dialog auf Augenhöhe. Eindruck auf die Jury gemacht hat Morschers große Musikalität und ihr kompositorisches Können. Mit beeindruckender Präzision und sehr viel Gefühl hat sie ihre eigene, aber auch die Komposition ihrer Mitmusiker interpretiert. Ihre Komposition "River, Show No Mercy" handelt von einem Fluss, der treu in eine Richtung fließt. Genauso wie sie selbst, die am Ende ihres Beitrags eine kurze Atempause eingelegt hat, um dann "I´m hungry for more" als Schlussbeitrag stehen zu lassen, ist auch die Jury gespannt, wie sich dieser Hunger nach Mehr in neuen Projekten manifestiert.

Ebenso überzeugt hat die Jury David Soyza (Jg. 94). Seine Komposition "Two Faces" spielte mit Kontrasten und einer Gegensätzlichkeit, die in der Doppelbegabung des Musikers als Vibraphonist und Sänger selbst angelegt ist. Seit 2014 studiert Soyza Jazz-Mallets in Nürnberg und seit 2016 ebendort im Zweitfach Jazz-Gesang. Das theoretische Wissen als Vibraphonist befruchtet das Singen und umgekehrt. Im Zusammenspiel der Band überraschte Soyza in vielen Passagen mit wunderbaren Einfällen.

Anette von Eichel: "David Soyza hat mich im Konzert mit seiner sehr schönen Komposition und seinen sehr geschmackvollen und harmonisch interessanten Improvisationen beeindruckt. Das hat sehr viel Lust auf mehr gemacht!"

Mit dem mit € 10.000,- dotierten Hauptpreis wird dieses Jahr die Band der Nominierten ausgezeichnet.

Die nominierten Musiker haben sich kurzerhand entschlossen, beim Auswahlverfahren als gemeinsame Band aufzutreten. Dies widerspricht zwar einerseits dem Wettbewerbsgedanken, zeigt aber gleichzeitig, was im Jazz möglich ist. Nicht zufällig trägt daher auch die von Benny Omerzell präsentierte Komposition den Titel "Birds of a Feather". Spannend war für die Jury, in welcher Form die einzelnen Bandmitglieder als Solisten mit eigenen Kompositionen und Improvisationen ihre individuelle Musikalität und Kreativität innerhalb der Band herauskristallisierten. Die Jury vertrat einstimmig die Ansicht, dass es notwendig sei, diesen magischen Moment des Miteinanders zu honorieren.

Andreas Felber: "Dass sich die sechs Musiker und die eine Musikerin dazu entschlossen, als Band in Erscheinung zu treten und auf diese Weise gemeinsam die Kompositionen aller sieben Nominierten aufzuführen, das sagte doch auch etwas über das Wesen des Jazz aus: Nicht zufällig hat Dave Brubeck einmal gesagt hat, dass im Jazz denkbar größte individuelle Freiheit ohne Verlust des kollaborativen Gedankens, des Zusammengehörigkeitsgefühls möglich sei. Die Beiträge selbst waren bunt, vielfältig (…) ein kurzweiliges Panoptikum dessen, was europäischen Jazz heute ausmacht."

Adrian Mears: "Creating magical music is always a team effort where the band is only as strong as their weakest link and its everyones obligation to carry the other. None of this is possible if ego gets the upper hand."

Anette von Eichel: "Ich glaube, dass der Jazz der heutigen Gesellschaft besonders viel zu geben hat. Jazzmusik lebt von Kommunikation, von Improvisation und bringt die verschiedenen Menschen in ihrer Individualität zusammen. (…) Von so etwas hatte ich vorher noch nie gehört: Dass Nominierte bei einem Wettbewerb sich als Band zusammen tun und gemeinsam den Wettbewerb bestreiten wollen. Als uns das als Jury am Abend des Konzertes bekannt gegeben wurde, war ich zunächst sehr verblüfft. Im Laufe des Abends und bei genauerem Nachdenken wurde mir aber klar: so etwas ist nur in unserer Musik, dem Jazz, möglich und zeigt die Schönheit unserer Kunstform! Was für eine wundervolle Idee!"

Die sieben Musikerinnen und Musiker haben in der so entstandenen Band von jedem nominierten eine Komposition gespielt, die der Komponist speziell für diese Besetzung arrangiert hatte. Alle haben ihre Musikalität und ihr instrumentales Können in den Dienst der Anderen und der Gemeinschaft gestellt. Das Konzert, das so entstanden ist, war ganz große Klasse! Wir haben sehr viel Können, Musikalität, Improvisationsgabe und Liebe zur Musik gehört. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, den Hauptpreis an dieses besondere Band Projekt zu vergeben. Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten! Was für ein wunderbarer Abend!

Der Kulturpreis Vorarlberg ist eine Initiative von Casino Bregenz zusammen mit der Sparkasse Bregenz mit Unterstützung des Landes Vorarlberg sowie dem ORF Vorarlberg. Der Kulturpreis Vorarlberg unterstützt innovative Formate und Genres, der Preis soll jungen, aufstrebenden Künstlern eine würdige Plattform bieten, um ihr künstlerisches Schaffen zu präsentieren. Der Kulturpreis Vorarlberg wird jährlich vergeben, die zu prämierende Kunstgattung wird dabei jedes Jahr neu definiert. Die Sparte Film wird die nächste Kategorie für den Kulturpreis Vorarlberg 2018 sein, verkünden die Preisstifter Casino Bregenz Direktor Bernhard Moosbrugger und Martin Jäger, Vorstandsdirektor der Sparkasse Bregenz.

 

Nominierte für den Kulturpreis Vorarlberg 2017 in der Kategorie Jazz:

Johannes Bär
Andreas Broger
Fabio Devigili
Martin Grabher
Veronika Morscher
Benjamin Omerzell
David Soyza

Jurymitglieder 2017:

Annette von Eichel
Andreas Felber
Adrian Mears
Thomas Stabenow

   
   

KONTAKT:
Casino Bregenz, T +43 5574 45127-12210
Sparkasse Bregenz, T +43 50100-75147

 

 

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